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Die Zhou-Dynastie (1122-221 v. Chr.)

Die Zhou-Dynastie (1122-221 v. Chr.)
Geschichte der TCM Dynastien und medizinische Entwicklung

Die Zhou-Dynastie: die längste Dynastie und die philosophischen Wurzeln der TCM

Die Zhou-Dynastie ist die längste in der chinesischen Geschichte—fast neun Jahrhunderte lang, von 1122 bis 221 v. Chr., umfasste sie eine Periode beispiellosen kulturellen und philosophischen Reichtums. In der Zhou-Zeit lebten und schrieben die großen chinesischen Denker: Konfuzius, Laozi, Menzius, Zhuangzi. Es ist auch die Periode, in der die philosophischen und kosmologischen Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin gelegt wurden. Wer die TCM verstehen will, muss die Zhou-Dynastie kennen.

Zwei Perioden, eine Dynastie

Die Zhou-Zeit wird traditionell in zwei Phasen unterteilt. Die Westliche Zhou-Dynastie (1122-771 v. Chr.) war eine Zeit relativer Stabilität, geprägt von einem starken Feudalsystem, in dem der Zhou-König an der Spitze einer Hierarchie von Vasallen stand. Die Östliche Zhou-Dynastie (770-221 v. Chr.) begann, als die Hauptstadt nach Osten verlegt wurde, nachdem nomadische Völker angegriffen hatten. Diese zweite Phase war politisch turbulenter, kulturell jedoch außerordentlich fruchtbar—es war die Zeit der "Hundert Schulen des Denkens", der großen Blüte der chinesischen Philosophie.

Das Himmlische Mandat: ein rationaleres Gottesbild

Eine der wichtigsten kulturellen Verschiebungen der Zhou-Zeit war die Entwicklung des Konzepts des "Himmlischen Mandats"—die Idee, dass die Himmelsgottheit das Recht zu herrschen dem tugendhaftesten Herrscher verlieh und nicht einer bestimmten Familienlinie. Dies war eine grundlegend andere Auffassung als die der Shang-Dynastie, in der die königliche Familie selbst einen göttlichen Ursprung beanspruchte.

Im Zhou-Denken war die Gottheit rationaler: Sie beurteilte, ob ein König seine Funktion gut ausübte, und konnte ihr Mandat entziehen, wenn dies nicht der Fall war. Die Aufgabe des Königs bestand darin, eine soziale Ordnung zu verwirklichen, die ein gutes Spiegelbild der himmlischen Ordnung war. Dies machte den König zu einem Vermittler zwischen Himmel und Erde—ein Konzept, das auch in der TCM anklingt, wo der Mensch als Verbindung zwischen Himmel (Yang) und Erde (Yin) gesehen wird.

Von Orakelknochen zum Buch der Wandlungen

In der Zhou-Zeit vollzog sich ein bemerkenswerter Übergang in der Art und Weise, wie man die Zukunft befragte. Die Shang-Praxis, Orakelknochen zu befragen, wich einem verfeinerten System: dem I Ging, dem Buch der Wandlungen. Dieses Werk—das die Begriffe Yin und Yang erstmals systematisch ausarbeitete—wurde zum einflussreichsten philosophischen und divinatorischen Werk in der chinesischen Geschichte. Für die TCM ist das I Ging von grundlegender Bedeutung: Es ist die erste systematische Ausarbeitung des Yin-Yang-Prinzips, das die gesamte chinesische Medizin durchdringt.

Die Zhou als philosophisches Fundament der TCM

Es ist kein Zufall, dass die meisten philosophischen Grundlagen der TCM ihren Ursprung in der Zhou-Zeit haben. Die Yin-Yang-Theorie, die Fünf Elemente, das Konzept des Qi, die Meridiane—all diese Ideen wurden in der Zhou-Zeit konzipiert, diskutiert und allmählich in eine zusammenhängende medizinische Theorie integriert. Die großen philosophischen Schulen der Zhou—der Konfuzianismus, der Taoismus, die Yin-Yang-Schule—trugen jeweils auf ihre eigene Weise zu dem intellektuellen Klima bei, in dem die TCM entstehen konnte.

Die Zhou-Dynastie ist daher nicht nur eine historische Periode in der Entwicklung Chinas—sie ist das philosophische Herz der Traditionellen Chinesischen Medizin.